وَأَقِيمُوا۟ ٱلصَّلَوٰةَ وَءَاتُوا۟ ٱلزَّكَوٰةَ وَٱرْكَعُوا۟ مَعَ ٱلرَّٰكِعِينَ
Koranglossar · akzeptiert
رَكَعَ / رَاكِع
niederknien
Sich durch Beugen der Knie in eine kniende Haltung absenken. Die Morphologie liefert Befehlsform, Tempus, Person, Numerus und den knienden Beteiligten; in 38:24 bezeichnet خَرَّ gesondert die abwärts gerichtete Art des Eintretens in diese Haltung.
Lexikalischer Geltungsbereich
Geltungsbereich: semantische Einheit · Vorkommen: 13
Wurzeln: ركع
Lemmata: راكع · يركع
Formen: ٱرْكَعُ · رَّٰكِعِينَ · رُّكَّعِ · ٱرْكَعِ · رَٰكِعُونَ · رَّٰكِعُونَ · رَاكِعًا · رُكَّعًا · يَرْكَعُ
Vorkommensbeispiele (angezeigt: 10 von 13)
Vorkommen im Geltungsbereich werden in Koranreihenfolge angezeigt (angezeigt: 10 von 13, beginnend beim ersten). Diese kompakte, positionsbasierte Vorschau wird nicht als stärkere Evidenz eingestuft als die ausgelassenen Vorkommen (Anzahl: 3).
وَأَقِيمُوا۟ ٱلصَّلَوٰةَ وَءَاتُوا۟ ٱلزَّكَوٰةَ وَٱرْكَعُوا۟ مَعَ ٱلرَّٰكِعِينَ
وَإِذْ جَعَلْنَا ٱلْبَيْتَ مَثَابَةً لِّلنَّاسِ وَأَمْنًا وَٱتَّخِذُوا۟ مِن مَّقَامِ إِبْرَٰهِـۧمَ مُصَلًّى وَعَهِدْنَآ إِلَىٰٓ إِبْرَٰهِـۧمَ وَإِسْمَٰعِيلَ أَن طَهِّرَا بَيْتِىَ لِلطَّآئِفِينَ وَٱلْعَٰكِفِينَ وَٱلرُّكَّعِ ٱلسُّجُودِ
يَٰمَرْيَمُ ٱقْنُتِى لِرَبِّكِ وَٱسْجُدِى وَٱرْكَعِى مَعَ ٱلرَّٰكِعِينَ
يَٰمَرْيَمُ ٱقْنُتِى لِرَبِّكِ وَٱسْجُدِى وَٱرْكَعِى مَعَ ٱلرَّٰكِعِينَ
إِنَّمَا وَلِيُّكُمُ ٱللَّهُ وَرَسُولُهُۥ وَٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ ٱلَّذِينَ يُقِيمُونَ ٱلصَّلَوٰةَ وَيُؤْتُونَ ٱلزَّكَوٰةَ وَهُمْ رَٰكِعُونَ
ٱلتَّٰٓئِبُونَ ٱلْعَٰبِدُونَ ٱلْحَٰمِدُونَ ٱلسَّٰٓئِحُونَ ٱلرَّٰكِعُونَ ٱلسَّٰجِدُونَ ٱلْـَٔامِرُونَ بِٱلْمَعْرُوفِ وَٱلنَّاهُونَ عَنِ ٱلْمُنكَرِ وَٱلْحَٰفِظُونَ لِحُدُودِ ٱللَّهِ وَبَشِّرِ ٱلْمُؤْمِنِينَ
وَإِذْ بَوَّأْنَا لِإِبْرَٰهِيمَ مَكَانَ ٱلْبَيْتِ أَن لَّا تُشْرِكْ بِى شَيْـًٔا وَطَهِّرْ بَيْتِىَ لِلطَّآئِفِينَ وَٱلْقَآئِمِينَ وَٱلرُّكَّعِ ٱلسُّجُودِ
يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ ٱرْكَعُوا۟ وَٱسْجُدُوا۟ وَٱعْبُدُوا۟ رَبَّكُمْ وَٱفْعَلُوا۟ ٱلْخَيْرَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ
قَالَ لَقَدْ ظَلَمَكَ بِسُؤَالِ نَعْجَتِكَ إِلَىٰ نِعَاجِهِۦ وَإِنَّ كَثِيرًا مِّنَ ٱلْخُلَطَآءِ لَيَبْغِى بَعْضُهُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ إِلَّا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ وَعَمِلُوا۟ ٱلصَّٰلِحَٰتِ وَقَلِيلٌ مَّا هُمْ وَظَنَّ دَاوُۥدُ أَنَّمَا فَتَنَّٰهُ فَٱسْتَغْفَرَ رَبَّهُۥ وَخَرَّ رَاكِعًا وَأَنَابَ
scriptural comparison
Warum „niederknien“ die genauere Haltung bezeichnet
Die koranische Konstruktion ist für die Entscheidung maßgeblich: ركع bezeichnet eine sichtbare, wiederholbare Haltung, die sich von der Niederwerfung unterscheidet und durch den in 38:24 gesondert ausgedrückten Fall eingenommen werden kann. Frühere Schriften werden als stützender Beleg für die Haltung einbezogen, nicht als Autorität über das Arabische.
Der Koran gebietet eine gemeinschaftliche Handlung mit einer finiten Verbform. In 2:43 und 3:43 werden Menschen aufgefordert, sie gemeinsam mit anderen auszuführen, die sie ausführen. In 22:77 und 48:29 sind ركع und سجد als verschiedene Prädikate koordiniert. Die Familie kann daher weder auf Gebet im Allgemeinen noch auf innere Unterwerfung oder Niederwerfung reduziert werden.
Koran 38:24 liefert den stärksten Haltungstest. Das finite Verb خَرَّ bezeichnet Davids Abwärtsbewegung, während das aktive Partizip im Akkusativ رَاكِعًا als Umstandsangabe die während oder nach dieser Bewegung eingenommene Haltung bezeichnet. Andere خرر-Konstruktionen verbinden dieselbe Bewegung mit Niederwerfen, Betäubtsein, Zusammenbrechen oder einem Fall von oben. Dieses Inventar bestätigt, dass خَرَّ die Art des Abstiegs liefert; sie gehört nicht zur lexikalischen Bedeutung von ركع.
Ein Kandidat für ركع muss daher eine Haltung sein, die sich auf natürliche Weise durch einen Fall nach unten einnehmen lässt und zugleich absichtlich ohne Fall ausgeführt werden kann. Das Niederknien erfüllt beide Bedingungen. Eine beibehaltene Verbeugung im Stehen lässt sich mechanisch nur dann vereinbaren, wenn man eine nicht genannte Abstütz- oder Abfangbewegung hinzufügt. Das macht „sich verbeugen“ nicht unmöglich, doch dadurch ist „niederknien“ die präzisere Haltung, die für die finite Verbform von der Konstruktion gestützt wird.
Der Koran selbst verortet diese Körperhaltung ebenfalls im Gottesdienst früherer Gemeinschaften. In 2:125 werden Abraham und Ismael angewiesen, das Haus für diejenigen zu reinigen, die knien, und diejenigen, die sich niederwerfen. In der Anrede an die Kinder Israels gebietet 2:43: „Kniet mit den Knienden“; 3:43 erteilt Maria dasselbe gemeinschaftliche Gebot; und 38:24 schildert, wie David in die kniende Haltung niederfällt. Keine dieser Stellen hält inne, um eine neue rituelle Bewegung zu definieren. Sie setzen voraus, dass Gestalten und Anbetende früherer Schriften dieselbe sichtbare, wiederholbare Haltung erkennen und vollziehen konnten. Diese koraninterne Kontinuität geht dem folgenden Vergleich mit früheren Schriften voraus.
Eine andere koranische Wurzel verdeutlicht die Abgrenzung, ohne diese Schlussfolgerung zu verdrängen. Alle drei Vorkommen von ج ث و sind Gerichtsszenen: In 19:68 werden Menschen und Widersacher kniend rings um die Hölle herbeigebracht, in 19:72 werden die Frevler dort kniend zurückgelassen, und in 45:28 wird jede Gemeinschaft kniend gesehen, während sie zu ihrem Verzeichnis gerufen wird. Die Haltung wird durch Zusammenführung, Festhalten und Abrechnung auferlegt; ج ث و wird nie als Andacht geboten oder mit Andacht oder Niederwerfung koordiniert. Es kennzeichnet daher das Knien unter erzwungener Unterwerfung, während ر ك ع die bewusst eingenommene, vorgeschriebene kniende Haltung kennzeichnet. Im Englischen können beide körperlichen Ergebnisse als „Knien“ bezeichnet werden, doch diese gemeinsame Wiedergabe hebt ihre unterschiedlichen lexikalischen Funktionsweisen nicht auf.
Der Vergleich mit der hebräischen Schrift zeigt das Knien als bereits vor dem Koran etablierte Gebetshaltung. Salomo wird in 1. Könige 8:54 und 2. Chronik 6:13 auf seinen Knien mit zum Himmel ausgebreiteten Händen beschrieben; Esra fällt in Esra 9:5 auf die Knie und breitet seine Hände aus; Daniel kniet in Daniel 6:10 dreimal täglich; und Psalm 95:6 ruft die Anbetenden dazu auf, sich niederzubeugen, das Knie zu beugen und niederzuknien. Elias Haltung mit dem Gesicht zwischen den Knien in 1. Könige 18:42 zeigt, wie tief ein kniender Körper abgesenkt werden kann.
Der Vergleich mit den Evangelien bietet dasselbe körperbezogene Vokabular, ohne eine einzige verbindliche Gebetshaltung vorzugeben. Lukas 22:41 zeigt Jesus ausdrücklich auf den Knien; in Matthäus 26:39 fällt er auf sein Angesicht; in Markus 14:35 fällt er zu Boden; und Markus 11:25 erkennt auch das Gebet im Stehen an. Diese Texte bezeugen Knien, ein Fallen mit dem Gesicht nach unten und Stehen, beschreiben aber keine Verbeugung im Stehen mit den Händen auf den Knien.
Der anerkannte Kern lautet daher niederknien: sich durch Beugen der Knie in eine kniende Haltung absenken. Der Koran gibt weder die Stellung der Hände noch einen genauen Winkel des Oberkörpers an, daher fügt der Graph auch nichts davon hinzu. Die früheren Schriften stützen die Identifikation der Haltung; die koranische Form und Konstruktion bleiben die maßgeblichen lexikalischen Belege.
Primärtextquellen
- Evangelium nach Lukas 22:41 Lukas 22:41
- Evangelium nach Markus 11:25 Markus 11:25
- Evangelium nach Markus 14:35 Markus 14:35
- Evangelium nach Matthäus 26:39 Matthäus 26:39
- 1. Könige 18:42 1. Könige 18:42
- 1. Könige 8:54 1. Könige 8:54
- 2. Chronik 6:13 2. Chronik 6:13
- Buch Daniel 6:10 Buch Daniel 6:10
- Esra 9:5 Esra 9:5
- Buch der Psalmen 95:6 Buch der Psalmen 95:6
- Grammatik des QAC: 38:24 Koran 38:24
- Wörterbuch des QAC: جثو Wurzinventar جثو
- Wörterbuch des QAC: خرر Wurzinventar خرر
- Wörterbuch des QAC: ركع Wurzinventar ركع
Wo andere Bedeutungen scheitern
die Andacht allgemein vollziehen
2:43
وَأَقِيمُوا۟ ٱلصَّلَوٰةَ وَءَاتُوا۟ ٱلزَّكَوٰةَ وَٱرْكَعُوا۟ مَعَ ٱلرَّٰكِعِينَ
Alternative: die Andacht aufrechterhalten und sie allgemein zusammen mit denen vollziehen, die die Andacht vollziehen
Forschungswiedergabe: die Andacht aufrechterhalten und mit denen niederknien, die niederknien
Die Andacht ist bereits der vorangehende koordinierte Befehl. Das Verb ركع bezeichnet daher eine Haltung, statt die gesamte Handlung zu wiederholen.
Prostrat
22:77
يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ ٱرْكَعُوا۟ وَٱسْجُدُوا۟ وَٱعْبُدُوا۟ رَبَّكُمْ وَٱفْعَلُوا۟ ٱلْخَيْرَ لَعَلَّكُمْ تُفْلِحُونَ
Alternative: werft euch nieder und werft euch nieder und dient eurem Erhalter
Forschungswiedergabe: kniet nieder und werft euch nieder und dient eurem Erhalter
Die beiden koordinierten Imperative verlangen verschiedene Haltungen; ركع durch „sich niederwerfen“ zu ersetzen, beseitigt den koraneigenen Kontrast.
Fall
38:24
قَالَ لَقَدْ ظَلَمَكَ بِسُؤَالِ نَعْجَتِكَ إِلَىٰ نِعَاجِهِۦ وَإِنَّ كَثِيرًا مِّنَ ٱلْخُلَطَآءِ لَيَبْغِى بَعْضُهُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ إِلَّا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ وَعَمِلُوا۟ ٱلصَّٰلِحَٰتِ وَقَلِيلٌ مَّا هُمْ وَظَنَّ دَاوُۥدُ أَنَّمَا فَتَنَّٰهُ فَٱسْتَغْفَرَ رَبَّهُۥ وَخَرَّ رَاكِعًا وَأَنَابَ
Alternative: David fiel fallend nieder und kehrte um
Forschungswiedergabe: David fiel kniend nieder und kehrte um
خَرَّ trägt bereits die Abwärtsbewegung bei. Das als Umstandsangabe verwendete رَاكِعًا bezeichnet die während oder nach ihr eingenommene Haltung.
innerlich glauben
77:48
وَإِذَا قِيلَ لَهُمُ ٱرْكَعُوا۟ لَا يَرْكَعُونَ
Alternative: wenn ihnen gesagt wird, einen inneren Glauben anzunehmen, glauben sie nicht innerlich
Forschungswiedergabe: wenn ihnen gesagt wird: „Kniet nieder“, knien sie nicht nieder
Der wiederholte Imperativ und die finite Form zielen auf die Ausführung einer befohlenen, beobachtbaren Handlung, nicht auf einen inneren Glaubenszustand.